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15.09.2022

Lehranfängertag der Innung Main-Kinzig

Der Obermeister der Elektroinnung Walter Ebert begrüßt knapp 80 Lehrlinge zum Lehranfängertag: "Das Wichtigste ist: Dranbleiben"

Obermeister Walter Ebert begrüßte die knapp 80 Berufseinsteiger bei der Kreishandwerkerschaft Hanau. (Foto: KH Hanau)
Eshan Ahmad aus Pakistan freut sich auf seinen Ausbildungsstart. (Foto: KH Hanau)

Der Lehranfängertag der Innung für Elektro- und Informationstechnik Main-Kinzig am Sitz der Kreishandwerkerschaft Hanau ist ein guter Indikator für das gerade begonnene Lehrjahr. Am Morgen des 31.08.2022 tummeln sich 77 junge Berufsanfänger auf dem Innenhof der Kreishandwerkerschaft Hanau an der Martin-Luther-King-Straße in Hanau. Es ist mächtig was los und Obermeister Walter Ebert schaut zufrieden drein. Angemeldet hätten sich 80, sagt Ebert. "Etwa 20 mehr als im Jahr zuvor. Darauf kann man aufbauen." Der Lehranfängertag ist ein Pflichttermin für die Neulinge, denn hier erfahren sie Wichtiges zum Thema Sicherheit und auch zum richtigen Verhalten beim Kunden.

"Sicherheit", wird Ebert später in seiner Ansprache zu den jungen Leuten sagen, "ist in unserem Beruf etwas Essenzielles". Denn so vielseitig und vielversprechend die Branche sei: "Die Arbeit als Elektriker ist auch ein Gefahrenberuf. Und wir können uns nicht erlauben, dass sich einer von euch bei der Arbeit verletzt", sagt der Obermeister mit ernster Miene. Für Ebert (68), der sich im kommenden März nach mehr als 30 Jahren an der Spitze der Innung verabschieden wird, ist es das letzte Mal, dass er die Lehrlinge begrüßen und ihnen ein bisschen von seiner langjährigen Berufserfahrung mit auf den Weg geben wird. Ebert ist lange genug dabei, um zu wissen, dass nicht alle der knapp 80 Einsteiger am Ende auch den Gesellenbrief in der Hand halten werden. Manch einer werde sich gegen den Beruf entscheiden, weil er merkt, dass er sich doch etwas anderes vorgestellt hat. Das sei ganz normal. Aber von der Innung aus werde man alles tun, damit jeder einen erfolgreichen Abschluss bekomme. "Das Wichtigste", sagt Ebert, "ist Dranbleiben." Auch in der Schule, wo man von Anfang an Gas geben müsse.

Erstmals wird den Lehrlingen vonseiten der Innung auch ein digitales Lern- und Trainingsprogramm angeboten, das die Firmen für 350 Euro für ihre Auszubildenden erwerben können. Es sei so etwas wie ein digitales Berichtsheft. Damit würden die Lehrlinge in Fächern wie Elektrotechnik und Mathematik während der Ausbildung begleitend unterstützt, erklärt Christian Di Meglio von der Firma Lorenz. Er hält an diesem Morgen die Einführung in das Programm. Man tue eben alles, um es den jungen Leuten so einfach wie möglich zu machen. Denn der Job werde immer anspruchsvoller, ergänzt Ebert. Ohne Elektriker sei die Zukunft düster. Smart Home, Energiewende – nichts gehe ohne die Fachleute der Elektrobranche.

Noah Schmidt hat seine Ausbildung bereits vor einem Monat bei der Firma Ickes in Biebergemünd begonnen. Dort hat er schon als Schüler ein Praktikum gemacht und seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Nach einem Monat zieht er eine positive Zwischenbilanz: Kabel verlegen, Schlitze kloppen, Kabel abklemmen. Mit den Grundfertigkeiten ist er schon vertraut. "Und es macht mir ungeheuer Spaß", sagt der 17 Jährige, der sich nach der zehnten Klasse auf dem Gymnasium gegen das Abitur entschied, um lieber einen praktischen Beruf zu erlernen.

Einer, der die Ansprache des Obermeisters ebenso aufmerksam verfolgt hat wie Noah Schmidt, ist Eshan Ahmad. Er ist 18. Vor fünf Jahren kam er mit seiner Familie als Flüchtlingskind aus Lahore in Pakistan nach Deutschland. Ohne jegliche Deutschkenntnisse. Vor Kurzem hat er den Realschulabschluss abgelegt, Durchschnittsnote 2,2. Einen Tag nach dem Lehranfängertag bei der KH wird es für ihn ernst werden. Es wartet sein erster Arbeitstag beim Wohnungsunternehmen Vonovia in Maintal. Seine Eltern, sagt er, seien stolz darauf, dass er so schnell Fuß gefasst habe in Deutschland. Seine Geschwister gehen noch zur Schule, doch er habe etwas Handwerkliches lernen wollen.

"Ich habe die Erfahrung gemacht, dass vor allem Menschen mit Migrationshintergrund den nötigen Biss und den Ehrgeiz mitbringen, dass sie etwas erreichen wollen", so Innungsobermeister Ebert. Auch vier weibliche Auszubildende sind an diesem Morgen dabei. Eine Entwicklung, die den heimischen Branchenchef ebenso freut. Dass immer mehr Frauen den Beruf des Elektrikers wählten sei ein gutes Zeichen. "Wir können alle gebrauchen, die sich für diesen Beruf begeistern", sagt er. Denn: "Die Zukunft ist elektrisch."

Quelle: KH Hanau

 

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